Leben im hier und jetzt

Wir schauen einmal wieder auf ein vergangenes Jahr zurück. Dabei fällt auf, dass wir so oft warten, bis sich etwas verändert, verbessert, zum Guten wendet. Irgendwie ist es nicht einfach im hier und jetzt zu leben. In unserem Dienst, in unserer Familie und ganz persönlich habe ich festgestellt: Das ist die Realität.

Auf dem Bild habe ich mit den Jungs den Colambo (3.100 m, Hausberg unseres Dorfes) bezwungen – dank dem Auto. Dort sollte schon lange ein Repeater für unser Radio stehen. 2016 im April wurde uns die Lizenz entzogen und die Ausschreibung für die neuen Lizenzen ziehen sich immer noch hin. Wir warten nun schon fast zwei Jahre. Ist es Gott nicht wichtig, dass die vielen Hörer aus Loja wieder ihr Radio „Wellen der Hoffnung“ haben? Möchte Gott nicht noch viele Menschen in den Bergregionen erreichen mit den geplanten neuen Sendern? Gott scheint andere Pläne zu haben. Bei dem ganzen sollten wir allerdings nicht verzweifeln und auch nicht hilflos zusehen.

 

»Seid still und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhaben sein unter den Völkern, ich werde erhaben sein auf der Erde!« Der HERR der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg! (Sela.)

Psalm 46,11-12 (Schlachter 2000)

 

In diesem Psalm wird Gott als feste Burg beschrieben, mitten in den harten Kämpfen. In anderen Übersetzungen steht in Vers 11 „Lasst ab…“ (NBH, ELB) oder „hört auf!…“ (HFA) und in einer englischen Übersetzung wird angedeutet „stop [your fighting]…“ (HCSB). Höre auf zu kämpfen und konzentriere dich wieder auf Gott – weißt du eigentlich wer an deiner Seite kämpft, wer deine Burg ist? Ich glaube, oft fehlt mir das. Ja, es ist gut sich voll im Dienst einzusetzen, immer zu beten… aber dabei nicht zu vergessen, wer Gott unser Schöpfer ist, was er in Jesus für uns getan hat, das er die Welt in seiner Hand hat.

Die ganze Bibel ist voller Geschichten mit Persönlichkeiten, die auf Gott warteten im Kampf ihres Lebens und denen Gott immer wieder zeigen musste, wer er ist. Am Ende dieses Jahres, im Kampf an verschiedenen Fronten möchte ich dich mit einer Geschichte Elisas ermutigen – lies 2. Könige 6,8-23. Dieses Heer Gottes ist immer um dich, diese Autorität Gottes ist immer bei dir und in seiner Autorität hat er uns sogar in die Welt gesandt, Jünger zu machen (Matthäus 28,18-20).

 

Dann betete Elischa: „Jahwe, öffne ihm doch die Augen!“ Da öffnete Jahwe die Augen des Dieners, und er sah auf einmal, dass der ganze Berg rings um Elischa von Pferden und Streitwagen aus Feuer wimmelte.

2. Könige 6,17 (NBH)

Culto Unido – Gemeinsamer Gottesdienst

Am Samstag Abend haben wir in Cariamanga mit etwa 100 Christen aus der Region Gottesdienst gefeiert. Das gab es Jahre nicht mehr. Wir sind Gott dankbar, dass wir mit den drei Pastoren aus Cariamanga die letzten Wochen gemeinsame Treffen haben konnten und so das Band zwischen den verschiedenen Denominationen neu knüpfen konnten. Wir sind gemeinsam eine Gemeinde in Jesus Christus, die für das eine Evangelium einsteht, wie es auch in der Predigt zu Wort kam – Gott sendet aus Liebe zu uns, seinen Sohn Jesus Christus der am Kreuz starb für unsere Sünden, und der wieder von den Toten aufstand. Wer Sünde in seinem Leben bekennt und Jesus als seinen Retter und Herrn annimmt, der wird ein ein neuer Mensch und wird hier und in Ewigkeit bei Gott sein.

Ein eindrucksvoller Moment für uns als Familie, da wir genau deshalb in diese so unerreichte Region gezogen sind. Gott hat uns über das Treffen der Pastoren die Tür zu den Gemeinden geöffnet in denen wir Jüngerschaft trainieren dürfen. Neue Hausgruppen sind entstanden in denen einige Menschen Jesus kennen lernen durften. Ein gemeindeübergreifender Bibelkurs „Die Geschichte der Hoffnung“ ist in vollem Gange. Menschen werden befähigt um das Evangelium verständlich weiterzusagen. Ein Licht geht auf in der Dunkelheit der fünf Kantone Calvas, Gonzanamá, Quilanga, Espindola und Sozoranga (70.000 Menschen unter denen wir etwa 150 Christen kennen, 0,2%).

!!!“Danke für alle eure Gebete“!!!

„Sie haben uns für verrückt erklärt“

Wir sind wieder zurück in Ecuador, die Koffer ausgepackt und die Arbeit geht weiter. Hier ein kleiner Einblick aus dem Dorf Changaimina, einem Gemeindegründungsprojekt.

Aníbal und Josefina sind schon immer von dem Gedanken getrieben, wie sie wohl in den Himmel kommen. Ihr Dorf in der katholisch geprägten Provinz Loja ist sehr religiös. Man geht zum traditionellen Gottesdienst, macht die Rituale mit und hofft, dass es ausreicht, wenn das Leben auf der Erde zu Ende ist. Besonders Josefina betete immer aufrichtig zu Gott wenn sie in die Kirche ging „Herr zeig mir doch den richtig Weg der zum Himmel führt“. In der traditionellen Kirche fand sie nie eine Antwort darauf.

Ihr Sohn weit weg in der Hauptstadt, erzählte ihr von Jesus. Aber was hat das alles auf sich? Hier kommt Alba ins Spiel, wir haben sie schon öfters erwähnt. Wir besuchen sie und ihre Familie wöchentlich zum Bibelstudium und Jüngerschaft. Mit ihr beten wir für Aufbruch in Changaimina und haben die Vision eine Gemeinde zu gründen. Sie kennt alle Leute im Dorf und kam so auch mit Aníbal und Josefina ins Gespräch. Nach unserer Rückkehr nun, sind die Beiden bei unseren Treffen dabei. Sie sind voll motiviert und mehr als erfüllt mit Frieden über ihre Beziehung zu Jesus und nicht mehr nur einer Religion angehörend. Verehren von Heiligen-Statuen, Rituale mit denen man sich zu Gott hocharbeiten muss, Unsicherheit ob es für den Himmel reicht – all das ist Vergangenheit. Sie sind voller Elan Gottes Wort zu entdecken, Gott die Ehre zu geben und ihren Platz im Reich Gottes in Changaimina einzunehmen. Wir beten, dass ihr kleiner Laden zu einem Punkt der Hoffnung für viele Dorfbewohner wird. Daran arbeiten wir mit ihnen.

Die Konsequenzen lassen nicht auf sich warten. „Sie haben uns für verrückt erklärt. Manche hassen uns seit sie von der Bekehrung mitbekommen haben.“ Der katholischen Kirche den Rücken zuzudrehen ist hier gleichgestellt mit Verrat, der Familie absagen oder Gott zu hintergehen. Vielen Menschen werden durch geistlichen Missbrauch an der Kirche gehalten, mit Regeln, Drohungen, Versprechungen und leider nicht mit der Hoffnung durch Jesus. Gott allein die Ehre, Er möchte nicht neben anderen angebetet werden.

Ich bin Jahwe, das ist mein Name! Diese Ehre lass ich mir von niemandem nehmen. Den Götzen gebe ich nicht mein Lob.

Jesaja 42,8 (NeÜ)

Gott am Werk

Warum ist es nur so schwer, von unserer Hoffnung in Jesus weiterzuerzählen? Unter anderem haben wir uns mit dieser Frage beschäftigt, in den Gruppen, die wir die letzten Monate in verschiedenen Dörfern angefangen haben. Eines wurde uns beim Bibelstudium klar: wenn wir unsere Identität in Jesus kennen, dann wollen wir unsere Hoffnung in Jesus weitergeben, aus Liebe zum Nächsten und weil wir Gottes Botschafter sind. Dazu haben wir einige Werkzeuge gemeinsam gelernt und uns gegenseitig motiviert, sie anzuwenden. Das Resultat: Gott am Werk und Menschen total verändert.

Gott bräuchte uns nicht, aber er hat in seiner Souveränität entschieden, dass er uns als Versöhnungs-Botschafter einsetzen will (2. Korinther 5:17-21), und zwar JEDEN, der an IHN glaubt. Die Frage ist: Sind wir mit seiner Liebe erfüllt und sind wir gehorsam (Johannes 14:15), seinen Anweisungen zu folgen (Matthäus 28:18-20)?

Die letzten Wochen haben wir gesehen, wie Gott wirkt, wenn wir unseren Teil dazugeben – nicht weil er auf uns angewiesen ist, sondern weil er uns einfach dazu aufgefordert hat. Vielleicht will Gott auch sehen, ob wir tatsächlich für IHN einstehen wollen (Römer 1:16-17), denn „es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt“. Unser Aufgabe ist es, das Evangelium durch Weitersagen an Ort und Stelle zu bringen, die Veränderung wirkt Gott.